Was tun?

Handlungsmöglichkeiten im Großen

Von Philipp Magiera

Wie schon erwähnt, gibt es kein Mittel, um das Auftreten von großen Hochwassern zu vermeiden. Allerdings gibt es Mittel, um die Schäden gering zu halten. Dabei wird unterschieden zwischen einem eher konzeptionellen und erst langfristig zu verwirklichenden Ansatz, nämlich die Auenbereiche unbebaut zu halten, und den herkömmlichen bautechnischen Lösungen. Dabei wird durch Dämme, Mauern und im Notfall Sandsäcke versucht, das Wasser am Verlassen des Flußbetts zu hindern.

Diese letztgenannten Maßnahmen sind sehr teuer und können nicht als nachhaltig oder zukunftsweisend, wie es die Länderarbeitsgemeinschaft Wasser in ihrer Veröffentlichung (siehe Kasten auf der Seite zuvor) bezeichnet, gelten.

Hingegen sollte, auch im Hinblick auf Jahrhunderthochwasser, jedoch erst recht im Hinblick auf mittlere und kleine Hochwasser, sich der Blick vom reinen Hochwassergeschehen am Gewässer hin zu den Einzugsgebieten wenden. Der Schlüssel zu einem naturnahen Rückhalt von Niederschlagswasser liegt in der Fläche! Hierbei gibt es viele Ansatzpunkte, über deren Wirksamkeit die Wissenschaft noch nicht zu konsensfähigen Antworten gekommen ist. Hier sollen einige genannt werden:

Rückhalt in der Fläche muß die Landwirtschaft einbeziehen, nur wenn die Auswirkungen der industriellen Landwirtschaft gemildert werden, kann flächenhaft aktiver Hochwasserschutz betrieben werden. Dazu gehören geringe Bodenverdichtung, weniger Flurbereinigung (Gewässerausbau, Versiegeln von Wirtschaftswegen, Vergrößerung der Schläge, Melioration) und geringerer Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Dies sind Voraussetzungen, die der ökologische Landbau erfüllen kann.

Festsetzung von Überschwemmungsgebieten anhand des höchsten jemals aufgetretenen Hochwassers (HHW) und eindeutige Nutzungsbeschränkungen in diesen Gebieten mit den Mitteln der Raumordnungs- und Landesentwicklungsplanung. Die Nutzung von Überschwemmungsgebieten kann mit fiskalischen und/oder versicherungstechnischen Mitteln verringert werden. Die Schäden an Gebäuden, die in Überschwemmungsgebieten stehen, werden heute sozialisiert, die Gebäudeversicherungsbeiträge steigen ständig.

Zudem muß überlegt werden, inwieweit Umsiedelungsmaßnahmen oder der Kauf besonders gefährdeter Grundstücke sinnvoll sind.

Maßnahmen zur Hochwasservorsorge müssen also zwei generelle Ziele haben:

Literatur zur Hochwasservorsorge:


Weiter zum: Hochwasserfazit des AK-Wasser
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