Einführung in die Ausstellung

Das AK-(Hoch-)Wasser - Potpourri

Hochwasser entstehen durch starke und langanhaltende Regenfälle, oft verbunden mit Schneeschmelze und Bodenfrost. Der Mensch hat jedoch die natürliche Landschaft verändert, und nimmt so zweifellos Einfluß auf das Abflußverhalten und somit auch auf das Entstehen und das Ablauf von Hochwassern. Wir Menschen haben dabei - für uns - positiven (durch den Bau von Hochwasserrückhaltebecken oder Dämmen) wie auch negativen Einfluß (Flußbegradigung, Urbanisierung und Flurbereinigung) genommen.

Mit unserer Ausstellung wollen wir diesen facettenreichen Themenkomplex ein bißchen beleuchten. Dabei werden Ursachen, Eigenheiten, Auswirkungen und Vorsorgemaßnahmen von bzw. für Hochwasser behandelt. Die Aspekte reichen von der globalen Skala (Klimaänderung) über großräumige Konzepte (z.B. ökologischer Landbau, Ausweisung von Überschwemmungsflächen) bis hin zu kleinräumigen Maßnahmen, wie z.B. die Entsiegelung des eigenen Hofes. Darüber hinaus ist es uns wichtig, grundsätzlich Denkanstöße zu geben.

Wir finden, es ist endlich Zeit, umzudenken. Hochwasser sind natürlich, wir sollten sie vielleicht in einem gewissen Rahmen als gegeben hinnehmen. Es könnte uns gut tun, den Blick weg von unserem Deutschland- und Eurozentrismus mit all seinen lokalen Interessen hin auf die Lebensumstände in anderen Ländern zu richten, wo Hochwasser als eben dieses natürliche Phänomen behandelt und erlebt werden. Wir wollen informieren, zum Nachdenken anregen und große und kleine Alternativen für einen sinnvollen Umgang mit Hochwasser aufzeigen. Dabei erheben wir keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Einiges wird hier auch nicht oder nur ungenügend abgedeckt, wie z.B. der mögliche Zusammenhang von Waldsterben und Hochwasser oder die ökologische Notwendigkeiten von Hochwasser-Ereignissen zur Erhaltung von gesunden Auen.

Nicht zuletzt durch die großen Hochwasser von 1993/94 und 1995 ist die Situation am Rhein sehr in den Brennpunkt des öffentlichen Interesses gerückt. An diesem Beispiel können viele der komplexen Zusammenhänge und das Abwägen der verschiedenen Interessenslagen deutlich gezeigt werden, weshalb der Rhein sehr oft in unserer Ausstellung über die Ufer tritt.

Doch wie gesagt: das Thema ist von globaler Bedeutung und erfordert auch globale und nachhaltige Handlungsansätze.


Zu den Begriffserläuterungen (eine Einführung in den Slang der HydrologInnen)
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