Das "Hochwasser-Fazit" des AK Wasser im BBU

Zum Schluß nun noch einmal die wichtigsten Folgerungen und Gedankenanstöße, die uns bei unserer Arbeit mit dem Themenkomplex Hochwasser klar wurden. Der Grundtenor lautet: Weg von den konventionellen Ansätzen der Wasserwirtschaft - hin zu einem umfassenderen Handeln, das sich in Zukunft als nachhaltig und preiswerter herausstellen wird.

Die Hochwasser können heutzutage nicht schadlos ablaufen, da den Flüssen der "Lebensraum" fehlt. Für den Hochwasserschutz müssen Überschwemmungsflächen ausgewiesen werden (z.B. Hochwasserpolder mit ökologischer Flutung). Oft wollen die Anwohner dies verhindern, da gegensätzliche lokale Interessen bestehen. Eine breite Diskussion der beteiligten Gruppen könnte zu einem Interessenausgleich und somit zu wirksamen Maßnahmen führen.

Durch Entsiegelung von Flächen wird im Kleinen zum Hochwasserschutz beigetragen.

Der ökologische Landbau kann einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz leisten, z.B. durch geringere Bodenverdichtung, was eine effektivere Regenrückhaltung mit sich bringt. Gerade auf diesem Gebiet besteht noch ein immenser Forschungsbedarf

Beispiel Rhein: Er ist Naturgewalt, dient als Schiffahrtsweg, Wirtschaftsfaktor und Abwasserkanal. Es fehlt ein sinnvoller Kompromiß, um die vielfältigen Ansprüche an den Rhein zu vereinen. Dazu ist es notwendig, seine Entwicklung von der Natur- zur Kulturlandschaft zu verstehen.

Die regionale und jeweils individuelle Anpassung an einen Fluß und seine Hochwasserdynamik ist sinnvoller als alle wasserbaulichen Präventivmaßnahmen. Im Grunde sollten wir nicht die naturgegebenen Tatsachen (Hochwasser und Überschwemmungen) verändern, sondern unsere Haltung dazu, die Besiedlung dem Fluß anpassen und nicht umgekehrt. Dafür ist es vielerorts natürlich zu spät. Die gleichen Fehler sollten jedoch nicht immer wieder neu gemacht werden.

In anderen Ländern wie Pakistan, China oder Indien sind Jahrhunderthochwasser fast schon Alltag, deren Auswirkungen viel schlimmer als in Deutschland. Es wird nicht nur die teure Kellerbar zerstört, sondern Ernten werden vernichtet, Landstriche verwüstet und Menschenleben zu Tausenden gefordert.

Stärkere und häufigere Regenfälle und damit erhöhte Hochwassergefahr entstehen wahrscheinlich auch durch eine anthropogen verursachte Klimaänderung, die Daten dazu sind jedoch noch widersprüchlich. Sollte sich diese Vermutung erhärten, ist auch unter diesem Aspekt die Notwendigkeit zu internationalem Handeln geboten.


Zu weiteren Internetstationen von unsrerer Link-Seite: Geprüfte Internet-Links zum Thema (Hoch-)wasser
Zu Weiteren Informationen über den AK-Wasser im BBU und die Ausstellung (Termine, Verleihbedingungen)
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